Der Gedanke an eine gerechtere Welt

Es war einmal: Der Traum von einer gerechten Welt. Er wurde geträumt in einem kleinen
Zimmer, vielleicht neun Meter im Quadrat, wahrscheinlich nur sieben. In dem Zimmer war kaum Platz. Das Bett, ein gar praktisches Möbelstück mit einem Bettkasten, so dass man es tagsüber oder wenn abends Gäste kamen zum Sitzen benutzen konnte. Es kamen aber nie Gäste. Allein das Bett nahm zwei Quadratmeter Platz ein. Dann gab es einen Schrank, einen Stuhl, einen Tisch und ein Bücherregal. Auf dem Tisch stand ein Computer, ein Radio war zwischen die Bücher gequetscht. Und es gab ein Buntblatt auf dem Fensterbrett. Eigentlich war der Raum zu klein zum Denken, doch gerade hier fühlte sich der Gedanke an eine gerechtere Welt wohl. Denn das war der Raum, den der Gedanke an eine gerechtere Welt mochte, um zu reifen.

Wenn man am Tisch saß, konnte man nicht nur auf den Computerbildschirm schauen und durch die Welt fahren, man konnte auch die Welt von oben betrachten, aus den schier endlosen Weiten, in denen die Satelliten kreisen, die die Welt fotografieren, und dann konnte man herunter zoomen und Wiesen sehen und Häuser und Autos. Zwischendurch konnte man am Bildschirm vorbei aus dem Fenster blicken und sah gegenüber ein Haus, groß wie dieses und hoch und breit und lang.

Zwischen den Häusern war es nicht eng, weit standen sie auseinander, so dass der Blick sich verlieren konnte. Sich verlieren ging einfach in der neuen Stadt, die nun auch schon lange in die Jahre gekommen war. Das Haus gegenüber war haargenau wie dieses, nur, dass andere Menschen darin lebten. Von anderen Gedanken einer gerechteren Welt in den anderen Häusern ist nichts überliefert.

Nach einer Zeit wollte der Gedanke an eine gerechtere Welt hinaus. Dazu muss man den Gedanken an eine gerechtere Welt ganz festhalten. Ihn mit hinaus nehmen aus dem kleinen vollen Zimmer, durch einen engen Flur in den langen Flur des Treppenhauses. Hinunter in der kleinen Aufzugskabine, hinaus aus dem Haus. Doch Vorsicht, die Weite zwischen den Häusern ist gemacht, damit der Gedanke an eine gerechtere Welt sofort entweicht, weg geweht wird, so zugig ist es zwischen den Häusern, so lang, so weit, dass der Gedanke fliegt und schaut. Und alles sieht gleich aus. Aber ist das nicht Gerechtigkeit, wenn alle gleich leben, in den gleichen kleinen Zimmern, mit dem gleichen Bett und gleichem Tisch und einem kleinen Flur? Der Gedanke findet nicht zurück, und wird verweht in die Welt, wie sie ist und bleibt.

Später am Abend, wenn es dunkel ist, gehen in fast jedem Fenster Lichter an. Denn jetzt kommen die Menschen heim. Hell leuchten die kleinen Zimmer. Schnell verliert sich ihr Licht in der Weite zwischen den Häusern. Die Gedanken an eine gerechtere Welt sind dann weg. Denn Gedanken an eine bessere Welt brauchen Kraft. Zu viel Kraft, um den Tag in den Weiten der Häuser und der neuen Stadt zu überstehen.

In den engen Küchen, dort wo das Licht kälter scheint, steht das, was den Tag beschließen soll, in Plastiktüten: Wurst, Brot, ein bisschen Bier, Fleisch vielleicht, und Nudeln für eine Suppe mit Gemüse. Das soll Kraft geben. Kraft, die niemals ausreicht. Bald flimmern fast alle Fenster blau. Das fängt so um sieben an und geht bis zehn, halb elf. Schaut man mal aus dem Fenster, dann sieht man das Flimmern. Weit ist es zu sehen in den weiten Schluchten zwischen den Häusern. Fernsehen hilft nicht, um an eine gerechtere Welt zu denken, denn die Welt im Fernsehen ist gut, im Fernsehen gibt es die bessere Welt bereits. Man muss nur das richtige Programm wählen. Zählt man die blau flimmernden Fenster in einem Haus, dann weiß man fast, wie viele Wohnungen es gibt. Das blau ist stärker, als die Gedanken an eine gerechtere Welt. Später, in der Nacht, nach elf oder zwölf Uhr, werden die Fenster dunkel. Denn es ist Schlafenszeit. Und wer schläft, denkt nicht an eine gerechtere Welt. Er träumt vielleicht vom besseren Leben und hat am Morgen meist schon alles vergessen.

Geht man aber in das kleine volle Zimmer und schaut aus dem Fenster, und stellt sich die Leute gegenüber vor, dann ist er da, der Gedanke an eine gerechtere Welt. Daran, dass alle zusammenkommen und gemeinsam dafür eintreten. Der Wind weht abends nicht mehr zwischen den Häusern. Auch nachts nicht. Der Gedanke an eine gerechtere Welt kriecht aus den Büchern im Regal. Dazu muss man sie nicht mal aufklappen. Er kriecht aus dem kleinen gequetschten Radio, man muss es nicht mal anschalten. Er ist da und geht dann doch nie wieder weg. Jahrelang kann er nur betäubt werden, verweht in den Häuserschluchten, erdrückt und verboten werden. Einmal da, kommt er immer wieder.

Am Morgen ist die Welt frisch. Ein neuer Tag. Es gibt Kaffee oder Tee in der kleinen Küche, die Maschine tröpfelt, der Kessel dampft. Brot gibt es, vielleicht einen Apfel und Müsli aus dem Fach im Einbauschrank, rechts neben dem Herd, neben dem Fach für die Gläser. Der Tag wird schön. Erwartungsfroh verlassen die Menschen die Zimmer, die Häuser. Die gerechtere Welt; ist heute der Tag, an dem sie kommt. Voller Hoffnung auf dem Weg zur Arbeit und Freude auf das Tägliche, wird der Tag anders, wie jeder andere auch. Aus allen Häusern strömen sie. Wie viele von ihnen denken an eine gerechtere Welt, wenn sie das Haus gegenüber verlassen? Die Gedanken an eine gerechtere Welt fliegen durch die Luft dem neuen Tag entgegen.

Selten hat es jemand geschafft, dem Gedanken an eine gerechtere Welt soviel Kraft zu geben, dass er es auch in ein anderes Haus geschafft hat.

Von Zeit zu Zeit wird dem Gedanken an eine gerechtere Welt deutlich gemacht, dass er nicht willkommen ist. Kriege brechen aus, Menschen werden verhaftet, umgebracht, Hunger und Durst sind nicht mehr zu stillen, und in den kleinen Zimmern und Küchen krabbeln Insekten. Die Häuser fangen an zu stinken, verfallen. Immer öfter brennt kein Licht mehr in den Fenstern, und das allabendliche Fernsehen ist nicht mehr zu ertragen. Die Gedanken sind vergiftet. Das passiert nicht von heute auf morgen, langsam geht alles zu Grunde. Und wenn es erst mal so weit ist, dann hat jeder zu viel mit sich selbst zu tun, als dass er noch an eine bessere Welt denken könnte. Dann geht es nur noch um ein erträgliches Leben.

Viele merken es erst nicht und machen mit, andere haben keine Kraft oder Angst. Wieder andere verlassen die Häuser und die kleinen Wohnungen in der Hoffnung auf eine gerechtere Welt an einem anderen Ort. Sie gehen in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Doch immer wieder passiert es, ganz selten, dass die Menschen gemeinsam aus den Häusern kommen. Erst einer nach dem anderen. Erstaunt sehen andere aus den Fenstern, Nachbarn noch, bald Mitstreiter für eine gerechtere Welt. Neugierig fragen sie, was macht ihr? Wir gehen und fordern eine gerechtere Welt, kommt heraus und reiht euch ein.

Und der Geruch von Angstschweiß macht sich breit in den Häusern, in den Schluchten der Straßen, als der Fluss der Menschen anschwillt. Immer mehr kommen. Was einst tröpfelte, fließt nun, wird zum Strom. Und je mehr es sind, desto weniger Angst haben sie. Und es riecht nach Hoffnung. Gedanken nach Gerechtigkeit fluten durch die Häuserschluchten, in die Stadtzentren und hinaus aus der Stadt in die Dörfer. Jeder ist beseelt vom Gedanken an Gerechtigkeit im Land. Und je mehr es werden, desto weniger riecht es nach Angstschweiß. Erst fordern die Menschen Freiheit und Gerechtigkeit, ihr seid doch frei, ihr könnt doch auf die Straße und fordern, ist die Antwort. Und aus dem Ruf nach mehr Freiheit wird ein Schrei nach dem Sturz der Regierung. Wieder riecht es nach Angstschweiß in der Stadt, denn die Regierung hat Gewehre.

Aber schaut her, es ist doch gerecht. Ihr alle habt das gleiche: eine Wohnung mit Wasser und Heizung für den Winter. Niemand muss frieren. Ja, die Wohnung ist klein, die Zimmer haben nur neun Quadratmeter, vielleicht nur sieben. Aber es ist Platz für ein Bett oder ein Schlafsofa. Es ist Platz für einen Schrank und einen Tisch. Es gibt Wurst und Brot, Bier und Fleisch, nicht jeden Tag, aber genug, es gibt reichlich Reis und Nudeln, die Bauern liefern Obst und Gemüse. Ihr habt Computer und im Fernsehen laufen Programme, die helfen, den Alltag zu bestehen und die Welt zu verstehen. Ist es nicht ein gerechtes Land, in dem ihr lebt? Ihr habt sogar Autos und könnt Ferien machen. Wollt ihr das aufs Spiel setzen, wollt ihr das verlieren? Wisst ihr, was ihr bekommt?

Und dann rufen viele: Wir wollen frei sein. In einer gerechten Welt ist man frei. Aber der Ruf ist schon nicht mehr so gewaltig wie der nach dem Sturz der Regierung.

Die Welt, wie ihr sie euch vorstellt, gibt es nicht, sagen die Mächtigen. Schaut doch hin. Sie warten nur darauf, dass unser Land schwach wird. Sie werden es ins Chaos stürzen. Sie werden euch erst kaufen und dann zu Sklaven machen und verkaufen. Glaubt nicht dem Geschwätz von einer gerechteren Welt. Das ist Propaganda. Vertraut uns, denn wir wissen.

Und die ersten fangen an zu zaudern. Einige gehen nach Hause, zurück in die kleine Wohnung. Im Fernsehen eröffnet der Präsident ein Kinderkrankenhaus. Er weiß, das ist ein Durchbruch. Die Gedanken an eine bessere Welt vereinzeln wieder, überleben noch in kleinen Gruppen, um die man sich später kümmern muss. Das Gerede von Gerechtigkeit in der Welt ist wieder auf unserer Seite. Die Zeit ist mit uns, genauso wie der Wind, der durch die Häuserschluchten weht und die Gedanken an eine gerechtere Welt mit sich nimmt. Die Welt ist groß, die kommen nicht so schnell wieder.

Und tatsächlich, von Tag zu Tag gehen weniger aus den Häusern. Die, die sich treffen, kennen einander längst. Einige resignieren, andere machen sich Mut: Kommt, wir müssen durchhalten, wir haben Recht, deshalb werden wir die Welt verbessern. Doch darum geht es nicht.

Doch der gemeinsame Glauben an eine gerechtere Welt ist längst weg und kommt so schnell nicht wieder. Denn der Gedanke an eine bessere Welt braucht erneut viel Zeit, um die kleinen Zimmer zu verlassen und sich mit den anderen zusammen zu tun.

Und dann ist es ein bisschen wie vorher. Die Gedanken sind frei, klar, aber auch weg. Und wieder weht der Wind durch die Häuser. In den Fenstern scheint es abends blau, und alles scheint wie immer. Doch ab und an kommen jetzt Autos in der Nacht mit Männern. Jeder weiß, was das bedeutet, und in den kleinen Wohnungen riecht es unerträglich nach Angstschweiß. Vor welchem Haus halten sie, vor welchem Eingang? In welche Etage fährt der Lift, vor welcher Wohnung bleiben sie stehen? Wen holen sie?

Statt laut zu brüllen, flüstern die Menschen in den Häusern, bis auch das verstummt. Immer öfter bleiben Fenster dunkel. Jeder weiß, ist die kleine Wohnung erst leer und der Mensch aus der kleinen Wohnung bei den Männern, dann verdorrt nicht nur das Buntblatt.

Ich möchte ein besseres Leben für mich, sagt der, der gehen will, bevor es zu spät ist. Ich will meinen Teil der gerechten Welt. Und kommt sie nicht zu mir, gehe ich zu ihr. Dann gehen sie los, hoffnungslos sind sie nicht. Voller Tatendrang latschen sie durch den nassen Schlamm im regnerischen Herbst. Es regnet immer, wenn die Hoffnung auf eine gerechtere Welt getötet wird und jeder, der diese Gedanken hat, auf eine harte Probe gestellt wird. Doch Regen ist erst der Anfang. Die Wege verwandeln sich in Schlamm, und die Wandernden werden nicht mehr trocken. Und die Nässe kriecht unter die Kleidung und weicht den Willen zur Hoffnung auf eine gerechtere Welt, auf ein gerechtes Leben, auf. In diesem Land wird niemand mehr trocken, auch im Frühling nicht. Alles wird nur härter werden, wie der Schlamm, der jetzt noch feucht ist, nass gar, glitschig, kalt. Es wird trocken und heiß werden, und der Boden wird hart, zu hart. Alle die da hoffen, werden fallen, das steht fest, das wissen alle, sie werden oft fallen, und es wird schmerzhaft werden. Sie werden alle Kraft brauchen, um nicht auf der Stelle die Hoffnung zu verlieren und den Gedanken an eine gerechtere Welt und die Suche nach einem bisschen Gerechtigkeit für jeden einzelnen endgültig zu verfluchen. Wahrscheinlich wird niemand helfen, neu zu starten. Denn die Falle ist die Hoffnung, Stolpern das Gesetz der Gedanken, und das bessere Leben wird nur dem beschieden, der es schafft, listiger und stärker zu sein, verschlagener und ungerechter. Ungerechtigkeit ist der große Freund der Hoffnung und das endgültige Ende der Gedanken an eine bessere Welt. Die Verletzungen machen sie hässlich. Sie stinken vielleicht sogar.

Wir gehen zügig, nicht schnell, bloß nicht zu langsam, damit die Hoffnung keine Zeit hat, stecken zu bleiben. Rastlos. Vielleicht hättest du zurück bleiben sollen, fragt sich jeder, der es bis hier geschafft hat. Der Traum von einer gerechteren Welt wäre dann Theorie geblieben, und ein jeder sicher zu Hause in dem Zimmer, das vielleicht neun Meter im Quadrat ist, real wohl nur sieben, mit dem praktischen Bett, auf dem nie Gäste saßen, und dem Schrank, dem Stuhl, dem Tisch, dem Buntblatt, ein paar Büchern im Regal, einem Radio und dem Computer. Das Zimmer, in dem der Gedanke an eine gerechtere Welt reifen konnte, das Zimmer, in dem nicht klar war, wie schwierig es ist, die gerechtere Welt zu suchen und der Hoffnung auf ein besseres Leben nachzugeben. Vielleicht wäre in dem Zimmer der Gedanke gekommen, dass ein besseres Leben nichts mit gerechterer Welt zu tun hat. Hätte ich doch nie Gerechtigkeit gewollt.

Habt ihr Hunger? Wie könnt ihr hier Hunger haben, wo ihr nicht hingehört? Sie sagen nicht “Friss den Dreck!” Doch du, immer noch Hoffender, hast Hunger und Durst. Und nimmst den Schlamm und stopfst dir das Maul voll. Presst den Mund zusammen, mit der Zunge gegen den Gaumen, hoffst, dass Wasser aus dem Dreck kommt und den Durst löscht.

Die Hoffnung versinkt im Schlamm. Er trocknet, wird fest. Du hast immer noch Durst. Feste Hoffnung gibt es nicht. Hoffnung ist immer weich. Wenn die Hoffnung hart wird, ist sie keine mehr, dann ist sie verdorrt, enttäuscht, wird zum Hass der Flüchtenden, die einst an eine gerechtere Welt geglaubt haben und dann zumindest auf ein besseres Leben. Hoffende sind sie nicht mehr, nur noch Kämpfende. Ihre Suche nach Gerechtigkeit ist dann zu Ende.

Hart ist die Arbeit, damit die Hoffnung nicht zu Stein wird, nicht verbrennt, wenn die Seele nackt im fremden Land leidet. Wenn die Seele ausgeliefert ist, weil es sinnlos ist, auf die Wiederkehr der Hoffnung zu hoffen. Suchender, bleib wo du bist, nimm den Schlamm, trockne ihn und bau dir ein Haus, um darin zu wohnen.

Nimm die Reste deines Seins und ziehe dort ein. Die Hoffnung, hinter Ziegeln geschützt zu sein vor Wind und Regen, Kälte und sengender Sonne. Doch wenn du keine Arbeit findest, gehst du dann weiter auf der Suche nach Hoffnung? Wenn das Essen knapp wird, gehst du dann weiter auf der Suche nach Hoffnung? Wenn die Menschen dir sagen, dass du anders bist, gehst du dann weiter auf der Suche nach Gerechtigkeit? Oder gehst du erst, wenn das Wasser knapp wird? Wenn das Wasser ausgeht, gehst du dann die Hoffnung suchen? Was machst du, wenn Leute verschwinden? Gehst du, wenn die Bomben fallen, gehst du, wenn die Hubschrauber kommen und Soldaten bringen und Tod und Verderben und die Hoffnung töten und der Gedanke an eine gerechtere Welt längst zum Kampf geworden ist, zu einem Kampf, der jede Hoffnung auf eine gerechtere Welt vernichten wird. Ist das zu zweit erträglicher oder noch hoffnungsloser. Geht jeder für sich allein, war es nicht das, was die Gedanken durch die Neubausiedlung getrieben hat und so haltlos gemacht hat, war es nicht das, was die wollten, die keine gerechte Welt zulassen wollen? Hoffe ruhig, riefen sie, aber tu es allein. Dein Zimmer ist zu klein für Besuch. Dafür hast du den Fernseher. Wir kommen dich besuchen. Und wenn du reisen willst, dafür hast du deinen Computer.

Jeder ist allein in der Fremde, so ist es einfacher. Und niemand muss eingestehen, dass er die Hoffnung längst aufgegeben hat und der Gedanke an eine bessere Welt der Sehnsucht nach einem ruhigen Leben gewichen ist.

Und was machen die, die von Gerechtigkeit reden und ruhig in einer besseren Welt leben? Fragen die sich, warum die anderen unterwegs sind, ihre kleinen Zimmer verlassen haben und dem Gedanken an eine gerechtere Welt gefolgt sind? Fragen sie, warum sie Hoffnung hatten, dass es für sie Gerechtigkeit gibt. Ihr Reichen, möchtet ihr Hoffenden rufen, schaut hin, und fragt euch, warum wir unterwegs sind, und ob es auch eure Schuld ist, ihr, die ihr den Traum von einer gerechteren Welt nicht träumen müsst, weil zu euch das Leben gut war. Begegnet uns, die wir uns unter Schmerzen auf den Weg gemacht haben, mit Respekt. Begegnet uns mit Respekt, das ist das Mindeste, was ihr tun könnt, bevor wir euch mit Hass begegnen und Gerechtigkeit darin besteht, die Verhältnisse umzudrehen.

Du, Hoffender aus dem kleinen Zimmer, hättest dir ein Stück Land pachten können oder kaufen und die Hoffnung auf ein gerechteres Leben in einer gerechteren Welt vergraben können. Und dann warten können, bis die Zeit reif ist und du sie ausgegraben hättest, und dann hätte sich der Gedanke an eine gerechtere Welt entfaltet, wie die Blätter des Hibiskus am Morgen. Und die Hoffnung wäre vielleicht erfüllt worden.

Hoffnung suchen ist kein Abenteuer und passt auch nicht zur besten Sendezeit, so viel Respekt muss sein, damit die Quote stimmt, bei den Leuten, bei den Leuten, die glauben, in der gerechten Welt zu leben.

Schreibe deinen Namen in den Schlamm, Flüchtender, und hoffe, dass er fest wird, damit dein Name bleibt, wenn die Hoffnung hart wird. Sie sagen nicht, dass du den Dreck fressen sollst, um weiter hoffen zu dürfen.